… und ich war dabei. Bei der Verleihung des Deutschen Medienpreises an das Oberhaupt der Tibeter, den Dalai Lama. Über die Schule sind wir an Karten für die Verleihung im Kongresshaus hier in Baden-Baden gekommen.

Der Deutsche Medienpreis wird seit Anfang der neunziger Jahre von Media Control verliehen – das ist die Firma, die z.B. die deutschen Musikcharts ermittelt. Eine Jury von Chefredakteuren deutscher Zeitungen entscheidet über den Preisträger.
Die Laudatio hielt der hessische Ministerpräsident Roland Koch. Ich war ziemlich kritisch, als ich seinen Namen las. Herr Koch war aber überraschend gut, analysierte die Bedeutung der Medien gerade in Konflikten wie dem um Tibet: Das mediale Interesse dürfe nicht nachlassen, sei es doch einer von zwei Stützpfeilern des gewaltlosen Kampfes der Tibeter – neben der Persönlichkeit des Dalai Lama.
Viele Menschen hätten in der Geschichte gewaltsam um Unabhängigkeit gekämpft. Leute, die Bomben legten, seien erfolgreich gewesen und heute angesehene Staatsmänner. Das Volk Tibets dagegen sei das einzige Volk, dass völlig gewaltlos für seine Freiheit kämpft, und das müsse man sowohl dem Volk als auch dem Dalai Lama hoch anrechnen, der seine Politik der strikten Gewaltlosigkeit immer auch gegenüber seinen Untertanen verantworten müsse.
Und der Dalai Lama selbst? Ein Mann, der in sich ruht. Auch er sagte kluge Worte: Die Chinesen versuchten, durch ein Verweigern jeglichen Dialogs den Tibetkonflikt zu beenden. Dabei lägen sie jedoch falsch. Er verlangt schon seit 20 Jahren nicht mehr die politische Unabhängigkeit von China, aber eine gewisse Autonomie und vor allem das Zulassen der tibetischen Religion.
Insgesamt wurde aber wenig Neues gesagt und auch politische Äußerungen wurden bevorzugt durch warme Worte ersetzt. War aber spannend, mal dabei gewesen zu sein (und nicht etwa bei Steffi Graf, die hat ihn nämlich letztes Jahr bekommen…)